Achim / NRW / RP, 21.08.2021, von K. Döring

Einsatzkräfte aus Achim helfen im Katastrophengebiet

Bilder der Zerstörung gingen nach der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz (RP) und Nordrhein-Westfalen (NRW) durch die Medien. Auch Achimer Einsatzkräfte waren in den vergangenen Wochen dort im Einsatz und halfen auf vielfältige Weise.

Der ESS-Trupp des OV Achim wurde zunächst an die Steinbachtalsperre in NRW alarmiert. In den ersten Tagen nach der Katastrophe überwachte der Trupp mit dem Einsatzstellen-Sicherungs-System (ESS) das schwer angeschlagene Stauwerk. Mit dem ESS können Bauwerke in ihrer Standfestigkeit überwacht werden. Selbst kleinste Bewegungen nimmt das Vermessungsgerät war. Im Falle einer größeren Bewegung im Bauwerk hätte die Bevölkerung somit rechtzeitig gewarnt werden können, bevor das Bauwerk kollabiert wäre. Nachdem die Talsperre leergepumpt und die Gefahr gebannt war, ging es für den ESS-Trupp weiter nach Bad Münstereifel. Dort überwachten die Achimer ebenfalls verschiedene Bauwerke, die durch die Flut in ihrer Stabilität angeschlagen waren. Gemeinsam mit Baufachberatern wurde dann das weitere Vorgehen zu dem Bauwerk beraten und an die Behörden weitergegeben.

Die Bergungsgruppe des OV Achim half dabei, einen Bereitstellungsraum (BR) für 5.000 Einsatzkräfte auf dem Nürburgring zu errichten. Auch wenn sie damit nicht direkt der betroffenen Bevölkerung halfen, erwiesen sie zumindest ihren Kameradinnen und Kameraden einen wertvollen Dienst. Sie stellten Zelte auf und ermöglichten damit den Hilfskräften, die erschöpft aus dem Einsatz kamen, sich abends im vorbereiteten Zelt zu erholen. Ein BR dient sowohl als zentrale Anlaufstelle für die anrückenden Mannschaften, hier werden aber auch Geräte und Fahrzeuge repariert. Und die Einsatzkräfte können zwischen den Einsätzen schlafen, duschen, essen, um so Kraft für weitere Einsätze zu tanken.

Schon in den ersten Tagen der Flutkatastrophe zeichnete sich ab, dass auch für Einsatzkräfte das Ausmaß der Katastrophe belastend sein kann. 2006 hat der THW Landesverband Bremen, Niedersachsen für solche Fälle ein Einsatznachsorgeteam (ENT) aufgestellt. Dieses wurde nun zum Bereitstellungsraum in Euskirchen in den  alarmiert, um gemeinsam mit Nachsorge-Kräften aus NRW für THWler da zu sein. Seit Gründung des ENTs ist auch Katrin Döring aus dem OV Achim dabei. "Eine der Aufgaben des ENTs ist es, Einsatzkräfte während oder nach belastenden Einsätzen zu betreuen. Damit wollen wir erreichen, dass das Erlebte verarbeitet werden kann und sich nicht in den Köpfen festsetzt." Nachsorge-Anlaufstellen für die THW-Helfer wurden daher in den Bereitstellungsräumen angeboten. Auch ist das Team in verschiedene Einsatzgebiete gefahren, um vor Ort den Kameraden und Kameradinnen bei besonders belastenden Aufgaben zur Seite zu stehen. Und auch für Einsatzkräfte, die bereits in ihre Heimat-Ortsverbände zurückgekehrt sind, bietet das ENT immer noch Nachsorgegespräche an. 

Weitere THW-Kräfte, die beruflich am THW-Ausbildungszentrum in Hoya arbeiten und sich in ihrer Freizeit beim THW Achim engagieren, waren und sind als Hauptamtliche im Einsatzgebiet tätig.

Christian Probst, Ortsbeauftragter des OV Achim, ist im Ahrtal für den Brückenbau zuständig. Er bespricht mit den Krisenstäben der Kommunen und Länder die benötigten Brückenbaumaßnahmen. Von Stegen und Behelfsbrücken aus Holz über Maybey-Johnson-Brücken, sogenannten D-Brücken bis zu Eisenbahn-Behelfsbrücken kann das THW alles bauen. Jeder neue Brückenschlag erleichtert den Menschen im Katastrophengebiet den Alltag und bringt ein kleines Stück Normalität zurück.

Hans Hoffmann, Baufachberater im THW Achim war auch hauptamtlich als Baufachberater in Nordrhein-Westfalen tätig. Er begutachtete Bauwerke wie Häuser und Brücken auf ihre Standfestigkeit.

Michael Döring, ehrenamtlicher Gruppenführer der Fachgruppe N, war im Bereitstellungsraum (BR) am Nürburgring als "technischer Berater Hygiene" eingesetzt. Er beriet die Führung des BR in allen Fragen rund um das Thema Hygiene: Von der Händedesinfektion über die Umsetzung von Corona-Schutzmaßnahmen bis zur Einhaltung von Hygienevorgaben im Küchenbereich.

Auch in den nächsten Wochen werden Ehrenamtliche aus Achim voraussichtlich wieder in das Katastrophengebiet zurückkehren, um vor Ort auf vielfältige Weise zu helfen.


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