Bergen, 19.03.2019, von Media-Team RSt

Zehn Ortsverbände des Technischen Hilfswerks üben für den Ernstfall

Als Orkantief Cedrul über das kleine Dorf Schierenbleeken gezogen war, blieb eine Schneise derVerwüstung: zahlreiche eingestürzte Gebäude, ein Gebäudebrand sowie ein Fluss, der über die Ufer getreten war. Im Landkreis Heidekreis wird der Katastrophenfall ausgelöst. Alle zehn Ortsverbände aus dem Regionalbereich Verden rücken aus, um die Bewohner Schierenbleekens zu unterstützen, Verletzte zu versorgen, Häuser abzustützen oder einen Hochwassersteg zu bauen.

Als die LKWs in Schierenbleeken eintreffen, warten Schreckensszenarien auf die Helfer: Dichte Rauchschwaden und Kindergeschrei dringen aus einem Haus. Mit großer Eile machen sich Atemschutzgeräteträger fertig, um die Kinder aus dem Gebäude zu retten. Zeitgleich macht sich ein weiterer Ortsverband daran, eine Deckenöffnung zu schneiden, um im darunterlegenden Kellergeschoss nach verschütteten Personen zu suchen. Auch im nächsten Gebäude liegt eine bewusstlose Person, die aus den Trümmern gerettet werden muss. 
 
Was sich nach einer schrecklichen Katastrophe anhört, war zum Glück lediglich eine Übung der Regionalstelle Verden. Um das Können ihrer Ortsverbände auf die Probe zu stellen, hatte sich das Regionalstellen-Team ein umfangreiches Szenario mit dreizehn Stationen ausgedacht. Hier konnten die THW-Aktiven sich in verschiedenen Aufgabenbereichen wettkampfähnlich mit anderen THWlern messen. Schiedsrichter an den Stationen beurteilten in den jeweiligen Situationen neben der Handhabung der technischen Geräte auch das Verhalten der Retter, Verletztenbetreuung, Ordnung in der Einsatzstelle und vieles mehr.
 
Das Wetter ließ vermuten, dass tatsächlich noch die Ausläufer des Sturmes über Schierenbleeken ziehen. Dauerregen ließ Einsatzstellen und Uniformen schnell aufweichen, Werkzeuge und Gerätschaften verloren durch die Nässe ihre Griffigkeit. Tropfnass und trotzdem hochmotiviert kämpften die blauen Engel gegen die Widrigkeiten an, schließlich ist das THW ja kein „Schön-Wetter-Verein“.

Mit viel Geschick und Fachwissen lösten die Ortsverbände die ihnen gestellten Aufgaben. Mal waren technischer Sachverstand wie beim Abstützen und Aussteifen eines Gebäudes, mal medizinische Grundkenntnisse wie bei der Versorgung  eines Verletzten nach einem Stromunfall oder einfach „Manpower“ wie beim Befüllen und Verlegen von Sandsäcken, gefragt. 
 
„Dreck macht glücklich“, könnte man vermuten, wenn man die freudestrahlenden THWler betrachtete, die mit ihren komplett verschmutzten Uniformen zur Siegerehrung angetreten waren. Die Anstrengungen, die Nässe und Kälte waren längst vergessen und eine angespannte Stille lag über der gesamten Mannschaft, als Fabian Schaffhausen, Leiter der Regionalstelle, die Sieger bekannt gab. Auf dem dritten Platz landete der OV Celle, den zweiten Platz erlangte der OV Verden und der Siegerpokal ging an den OV Achim.


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